Themen rund um den TÜV

HU über 3,5t

Hauptuntersuchung muss bei älteren Wohnmobilen alle 12 Monate erfolgen
12-monatige Frist angesichts der Mängelraten gerechtfertigt

Wohnmobile mit einer zulässigen Gesamtmasse von mehr als 3,5 Tonnen und bis zu 7,5 Tonnen müssen spätestens sechs Jahre nach ihrer Erstzulassung jährlich zur Hauptuntersuchung. Dies hat das Verwaltungsgericht Koblenz entschieden.

Der Kläger des zugrunde liegenden Streitfalls, der Halter eines erstmals im April 2008 in den Verkehr gekommenen Wohnmobils mit einer zulässigen Gesamtmasse von 3,85 Tonnen, hatte sein Fahrzeug im Juli 2013 zur Hauptuntersuchung vorgestellt. Die Prüfplakette wurde zugeteilt und die nächste Hauptuntersuchung auf den Monat Juli 2014 bestimmt. Hiergegen erhob der Kläger nach erfolglosem Widerspruch Klage, mit der er sich auf die Anlage VIII zu 29 Straßenverkehrszulassungsordnung (StVZO) berief. Danach sei bis zu 72 Monate nach dem erstmaligen in den Verkehr kommen des Fahrzeuges eine Plakette für zwei Jahre und nicht lediglich für ein Jahr zu erteilen.
Anlage VIII zur StVZO sieht für Fahrzeuge ab dem 73. Zulassungsmonat eindeutig 12-monatiges Untersuchungsintervall vor

Das Verwaltungsgericht Koblenz wies die Klage ab. Die Anlage VIII zur StVZO lege fest, dass für Wohnmobile mit einer zulässigen Gesamtmasse von mehr als 3,5 Tonnen und bis zu 7,5 Tonnen in den ersten 72 Zulassungsmonaten eine mindestens 24-monatige Untersuchungspflicht gelte. Anschließend unterliege das Fahrzeug einem 12-monatigen Untersuchungsintervall. Werde also - wie vorliegend - das Wohnmobil im 63. Monat zur Hauptuntersuchung vorgestellt, so könne die Prüfplakette nur noch für weitere 12 Monate zugeteilt werden. Denn ab dem 73. Monat seit dem erstmaligen in den Verkehr kommen bestehe die Verpflichtung zu einer jährlichen Hauptuntersuchung. Dies folge bereits aus dem Wortlaut der Anlage VIII zur StVZO. Dort sei zum Zeitpunkt der nächsten Hauptuntersuchung von mehr als 72 Monate alten Wohnmobilen keine Sonderregelung getroffen, so dass es insoweit bei der in der Verordnung als Normalfall festgelegten einjährigen Überprüfungspflicht verbleibe. Eine solche Auslegung entspreche auch dem Regelungsziel des Verordnungsgebers. Dieser habe sich nämlich auf der Grundlage von Erhebungen, nach denen die Rate der an privat genutzten Wohnmobilen festgestellten erheblichen Mängel etwa bis zum 7./8. Zulassungsjahr deutlich unter der vergleichbarer Nutzfahrzeuge liegt, zu einer Dynamisierung der Fristen für die Hauptuntersuchungen entschlossen und diese bei neuen Wohnmobilen zeitlich gestreckt. Bei älteren Fahrzeugen habe er es demgegenüber angesichts der Mängelraten bei der bis dahin geltenden 12-monatigen Frist belassen wollen. Dass der Verordnungsgeber dabei die Grenze nach der Vollendung des 6. Zulassungsjahres und nicht im Rahmen einer "Kulanz-Regelung" erst nach dem 7. oder 8. Jahr gezogen habe, begegne rechtlich keinen Bedenken. Eine Überschreitung des ihm insoweit zustehenden Gestaltungsspielraumes sei nicht ersichtlich.

Entdeckt von Wolfgang Desombre

Breitere Reifen

Nach dem neuesten Genehmigungsprozedere kann Fiat für Ducato mit Wohnmobilaufbau tatsächlich keine Freigabe mehr für breitere Reifen geben.

Frage:
Mit meinem Wohnmobil auf Fiat Ducato mit Alko-Tiefrahmen bin ich nur berechtigt, Reifen der Dimension 215/70 R 15 C zu fahren. In der promobil-Ausgabe 11/2013 las ich, dass man sich mit entsprechender Bescheinigung von Fiat auch die Reifengröße 225/70 R 15 C im Fahrzeugbrief eintragen lassen kann. Doch Fiat verneint dies. Was ist denn nun richtig?

Antwort:
Nach dem neuesten Genehmigungsprozedere kann Fiat für Ducato mit Reisemobilaufbau tatsächlich keine Freigabe mehr für breitere Reifen geben. Hintergrund ist folgender: Im Rahmen des europäischen Zulassungsverfahrens werden Reisemobile über eine sogenannte Mehrstufengenehmigung in den Verkehr gebracht. Fiat, als Hersteller der ersten Baustufe, bestehend entweder nur aus dem Triebkopf oder Triebkopf mit Fahrgestell, kann nur Teilprüfungen für den Lieferzustand der Fahrzeuge durchführen und diese Daten den Aufbauherstellern zur Verfügung stellen.

Bei einem aufgebauten Wohnmobil weiß der Basisfahrzeughersteller aber nie, wie die hinteren Radhäuser bei Integrierten auch die vorderen ausgelegt sind und ob eine entsprechende Freigängigkeit für breitere Reifen gewährleistet ist. Richtiger Ansprechpartner wäre für Sie daher der Aufbauhersteller. Dieser kann eigene Prüfungen vornehmen oder Nachweise erbringen, die dann in der für das Fahrzeug gültigen EG-Typgenehmigung übernommen werden. Mit der Genehmigung des Aufbauherstellers können Sie dann zum TÜV, um die andere Reifendimension eintragen zu lassen.

Diese Website benutzt Cookies, um Ihnen das beste Erlebnis zu ermöglichen. Weiterführende Informationen erhalten Sie in unserer Datenschutzerklärung.